Mit viel gutem Willen und etwas Flexibilität ist nahezu alles möglich.
Als sich der Saal des Flensburger Tanzclubs im Sommer mit Tänzerinnen, Tänzern und Publikum füllte, wusste kaum jemand, dass der Tag eine Besonderheit bereithielt. Denn es stellte sich heraus, dass eine Teilnehmerin an der DTSA-Abnahme blind war.
Sie wollte das Tanzen auch ohne visuelle Möglichkeiten versuchen und wurde vorher per Tanzpartnerbörse des Flensburger Tanzclubs an René Groteguth vermittelt. Da dieser schon wiederholt als Tanzpartner für Anfängerinnen zur Verfügung stand, konnte Finja von seiner Erfahrung und Empathie profitieren.
Die Vorbereitung zur DTSA-Abnahme (Deutsches Tanzsportabzeichen) musste jetzt allerdings etwas anders als sonst üblich erfolgen. Tanzkreislehrerin Anja Mühlhausen musste ein bisschen umdenken, denn nun mussten viele Worte benutzt werden um beschreiben zu können, was sonst gezeigt und abgeguckt wird.
Das Zusammenspiel aus Finja, René und Anja funktionierte offensichtlich ganz wunderbar. Es funktionierte sogar so gut, dass Finja auf den Handicap-Bonus auf dem Abnahmebogen verzichtete und DTSA-Abnehmerin Susanne Kirchwehm bis zum Feedbackgespräch nicht sicher war, ob sie wirklich gerade eine blinde Tänzerin vor sich hatte.
Wie alle anderen teilnehmenden Paare bestanden auch Finja Holst und René Grotheguth ihre Abnahme und konnten sich über Abzeichen und Urkunde freuen. Allerdings war der Organisator Frank Splett noch nicht ganz zufrieden und fragte bei Familie Evenburg, den DTSA-Beauftragten des TSH, an, ob es die Möglichkeit für eine Urkunde in Brailleschrift gibt.
Der DTV machte es möglich und nun kann Finja Holst ihre Urkunde selbst lesen. Eine Erfolgsgeschichte, die sich sehen und hören lassen kann!
Ein großes Dankeschön an alle organisatorisch Beteiligten.
<https://www.tanzsport.de/de/news/news-reader/eine-urkunde-in-geheimschrift>
(Quelle/Text: Mandy Splett)